PHT Praxiswissen · Schweiz · Stand Juli 2026

PV-Überschuss-Rechner für Batterie, Wärme und Mining

Eigene Tarife, Speicherwerte, Wärmekosten und Mining-Annahmen einsetzen – und den variablen Wert jeder Kilowattstunde nachvollziehbar vergleichen.

Von Patrick Prünster··12 Min. Lesezeit
Photovoltaikdach als Grundlage für den PV-Überschuss-Rechner
3 Fotos genügenDach, Zählerkasten und Technikraum für den ersten Projektcheck.

Dieser Rechner vergleicht, welchen variablen Wert eine überschüssige PV-Kilowattstunde bei Einspeisung, direktem Verbrauch, Batteriespeicherung, Wärmepumpe und Bitcoin-Mining mit nutzbarer Abwärme haben kann. Er arbeitet vollständig im Browser; eingegebene Werte werden nicht übertragen.

Die Beispiel-Einspeisevergütung von 6 Rp./kWh entspricht 2026 der gesetzlichen Minimalvergütung für PV-Anlagen unter 30 kW. Der Beispiel-Bezugspreis von 27,7 Rp./kWh entspricht dem schweizerischen Median-Gesamttarif für einen typischen Haushalt 2026. Ihre tatsächlichen Werte können deutlich abweichen und müssen ersetzt werden.[1][2]

Interaktiver PV-Überschuss-Rechner

Alle Werte sind frei anpassbar. Rappenwerte als Zahl eingeben, zum Beispiel 6 für 6 Rp./kWh. Die Standardwerte sind nur Rechenbeispiele und keine Wirtschaftlichkeitszusage.

Nur Restüberschuss nach Hausverbrauch und priorisierten Lasten.
Aktuellen Wert des lokalen Netzbetreibers einsetzen.
Energie, Netz und variable Abgaben; Leistungskosten separat beachten.
Vom Batterie-Eingang bis zur später nutzbaren Ausgangsenergie.
Eigene Annahme aus Investition, nutzbarem Durchsatz und Alterung.
Vermiedene variable Kosten der alternativen Wärmeerzeugung.
Nicht den Prospekt-Maximalwert, sondern eine realistische Betriebsannahme verwenden.
Aktuellen Wert für konkrete Hardware, Pool und Netzwerk selbst einsetzen.
Im Sommer oder ohne Wärmesenke kann der Wert 0 % sein.
Poolgebühr, Pumpen/Ventilatoren, Wartungs- und Risikomarge.
Elektrische Aufnahmeleistung im geplanten Betriebspunkt.
Durch PV-Fenster, Wärmebedarf und elektrische Grenzen begrenzt.
Jahreswert reine Einspeisung
Wert direkter Verbrauch je kWh
Batteriewert je kWh Eingang
Batterie-Mehrwert
Wärmepumpenwert je kWh Strom
Minerwert mit Nutzwärme
Miner-Mehrwert pro Jahr
Maximaler All-in-Netzpreis für Miner
Miner-Energie durch Leistung und Stunden
Miner gegenüber Wärmepumpe

Rechnerisches Ranking

  1. Werte werden berechnet …

Wichtig: Das Ranking zeigt einen variablen Wert je kWh unter Ihren Annahmen. Es prüft weder Investition, verfügbare Kapazität, Temperaturen, Notstromziele, Steuern noch technische Zulässigkeit.

1. Welche Formeln verwendet der Rechner?

Einspeisung

Jahreswert EinspeisungPV-Überschuss × Einspeisevergütung

Die Einspeisung ist der Referenzwert ohne zusätzliche variable Nutzung.

Direktverbrauch

Wert Direktverbrauchvermiedener späterer All-in-Bezugspreis

Nur gültig, wenn die Last ohnehin anfällt und tatsächlich verschoben werden kann.

Batterie

BatteriewertWirkungsgrad × späterer Bezugspreis − Zykluskosten

Der Rechner nimmt vereinfachend an, dass jede gespeicherte kWh später Netzbezug ersetzt.

Wärmepumpe

WärmepumpenwertCOP × Wert je kWh Nutzwärme

Nur vorhandene thermische Kapazität und später benötigte Wärme zählen.

Miner

MinerwertMining-Bruttoerlös + Wärmequote × Wärmewert − variable Nebenkosten

Steuern, Hardwareinvestition und fixe Kosten sind nicht im variablen kWh-Wert enthalten.

Miner gegenüber Wärmepumpe

VergleichswertMining-Bruttoerlös − Nebenkosten − (COP − Wärmequote) × Wärmewert

Ein positiver Wert bedeutet in dieser vereinfachten Rechnung, dass der Mining-Ertrag den thermischen Vorteil der Wärmepumpe kompensiert.

2. So wählen Sie realistische Eingaben

PV-Überschuss

Verwenden Sie nicht die gesamte Jahresproduktion. Ziehen Sie direkten Hausverbrauch, bereits geplante Batterieladung, Wärme und E-Mobilität ab. Für Mining ist zusätzlich entscheidend, ob der Überschuss in zusammenhängenden Leistungsfenstern vorliegt.

Einspeisevergütung

Nehmen Sie den aktuellen Vertrag Ihres Netzbetreibers inklusive der Frage, ob Herkunftsnachweise separat vergütet werden. Die gesetzliche Minimalvergütung ist nicht automatisch Ihr tatsächlicher Tarif.

Späterer Bezugspreis

Verwenden Sie den Preis des Zeitfensters, in dem die Batterie oder verschobene Last Netzbezug vermeidet. Bei dynamischen Tarifen können mehrere Szenarien sinnvoll sein: typischer Abend, teuerste Stunden und Durchschnitt.

Batterie-Zykluskosten

Eine einfache Annäherung teilt den auf die Batterie entfallenden Investitionsanteil durch den erwarteten lebenslangen Energiedurchsatz. Garantie, nutzbare Kapazität, Restwert und Finanzierung beeinflussen das Ergebnis.

Wärmewert

Der Wärmewert ist nicht der Strompreis, sondern die vermiedenen Kosten der alternativen Wärmeerzeugung je kWh Wärme. Bei einer Wärmepumpe kann er aus dem relevanten Strompreis geteilt durch den COP abgeleitet werden. Bei Öl, Gas oder Fernwärme gelten andere variable Kosten.

Mining-Bruttoerlös

Nutzen Sie einen aktuellen Wert für genau das geplante Gerät, die Leistungsstufe, Poolgebühren und Netzwerkbedingungen. Ein historischer oder pauschaler CHF-pro-Tag-Wert kann die Entscheidung verfälschen.

Nutzbare Wärmequote

Setzen Sie 0 Prozent, wenn die Wärme nur abgeführt wird. Setzen Sie einen höheren Wert nur für den Anteil, der eine sonst notwendige Wärmeerzeugung tatsächlich ersetzt. Speicher- und Verteilverluste gehören in die Quote.

3. Ergebnisse richtig interpretieren

Der höchste rechnerische Wert ist nicht automatisch die beste Investition. Die Option muss im betrachteten Zeitfenster verfügbar sein:

Vom Rechenergebnis zur Projektentscheidung
ErgebnisZusätzliche Prüfung
Batterie hat höchsten WertFreie Kapazität, Ladeleistung, Abendbedarf, Zyklusgarantie
Wärmepumpe hat höchsten WertRealbedarf, Temperaturgrenze, COP im tatsächlichen Betriebspunkt
Miner hat höchsten WertWärmesenke, Betriebsstunden, Schall, Installation, Steuern, aktuelle Ertragsdaten
Direktverbrauch hat höchsten WertLast muss ohnehin anfallen und verschiebbar sein
Einspeisung ist höherInterne Nutzung möglicherweise nicht sinnvoll; fixe Ziele separat bewerten

4. Mindestens vier Szenarien rechnen

  1. Konservativ: tiefer Mining-Ertrag, geringe Wärmenutzung, höhere Nebenkosten.
  2. Basis: realistische durchschnittliche Annahmen.
  3. Winter: hohe Wärmenutzung, wenig PV, eventuell günstiger Netzbezug.
  4. Sommer: viel PV, aber möglicherweise keine Wärmesenke.

Für Batteriespeicher sollten zusätzlich ein tiefer und ein hoher späterer Bezugspreis gerechnet werden. Bei Leistungstarifen gehört eine mögliche Änderung des Monatspeaks als separate CHF-Position in die Gesamtbewertung.

5. Grenzen des Rechners

  • keine Live-Daten für Bitcoin, Netzwerk oder Strombörse
  • keine Steuern, Finanzierung oder Abschreibung
  • keine thermische Speicher- und Gebäudesimulation
  • keine Batteriegarantie- oder Alterungsmodellierung
  • keine Prüfung von Anschlussleistung und Elektroinstallation
  • keine Prognose der tatsächlichen Betriebsstunden
  • keine Anlage- oder Finanzberatung

Der Rechner dient als Vorprüfung. Eine belastbare Auslegung benötigt reale 15-Minuten-Daten, Tarifblätter, Anlagenparameter, Wärmeprofil und eine technische Bestandsaufnahme.

6. Nächster Schritt

Speichern Sie Ihre Eingabewerte oder machen Sie einen Screenshot der Ergebnisse. Senden Sie PHT zusätzlich Jahresstromverbrauch und Fotos von Dach, Zählerkasten sowie Technikraum. So können Rechnerannahmen mit der realen Anlage abgeglichen werden.

Häufige Fragen

Werden meine Rechnerdaten gespeichert?

Nein. Die Berechnung läuft lokal im Browser und sendet die Eingaben nicht an PHT.

Ist 6 Rp./kWh immer meine Einspeisevergütung?

Nein. 6 Rp./kWh ist 2026 die gesetzliche Minimalvergütung für Anlagen unter 30 kW. Der konkrete Vertrag kann abweichen.

Wo finde ich den Mining-Ertrag je kWh?

Er muss aus aktuellen Daten für das konkrete Gerät, die Leistungsstufe, den Pool und die Netzwerkbedingungen abgeleitet werden. Der Rechner lädt keine Live-Daten.

Was bedeutet ein negativer Miner-vs.-Wärmepumpe-Wert?

Unter den eingegebenen Annahmen kompensiert der Mining-Ertrag den thermischen Effizienzvorteil der Wärmepumpe nicht.

Warum zeigt der Rechner keine Amortisationszeit?

Dafür wären Investition, Finanzierung, Wartung, Steuern, reale Stunden und Alterung nötig. Der Rechner vergleicht bewusst zuerst den variablen Wert pro kWh.

Patrick Prünster, Geschäftsführer PHT Energietechnik

Patrick Prünster

Geschäftsführer der PHT Energietechnik GmbH in Pfäffikon SZ. Schwerpunkt: Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Lastmanagement und technisch sinnvolle Überschussnutzung.

Profil und fachlicher Ansatz · LinkedIn

Quellen und Datenstand

Stand der fachlichen und regulatorischen Angaben: 11. Juli 2026. Tarife, Vergütungen und Mining-Erträge können sich ändern; prüfen Sie immer die aktuell gültigen Bedingungen Ihres Netzbetreibers und Ihrer Anlage.

  1. ElCom: FAQ zur Umsetzung des Stromgesetzes, Stand 16. Juni 2026
  2. ElCom: Leicht sinkende Strompreise 2026

Aus Einzelgeräten wird ein abgestimmtes Energiesystem.

PHT verbindet Solarstrom, Speicher, Wärmepumpe, Warmwasser, flexible Verbraucher und auf Wunsch Mining-Abwärme – passend zu Gebäude, Tarif und Nutzungsprofil.

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