Photovoltaik produziert heute in vielen Gebäuden mehr Strom, als mittags direkt gebraucht wird. Gleichzeitig werden Stromtarife zeitabhängiger, Batteriespeicher verbreiteter und steuerbare Verbraucher wichtiger. Der wirtschaftliche Hebel liegt deshalb nicht mehr nur auf dem Dach, sondern in der koordinierten Steuerung des gesamten Gebäudes.
Die Solarproduktion stieg 2025 laut Bundesamt für Energie auf 7'948 GWh und entsprach 13,71 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs. Gleichzeitig liegt der Median-Gesamttarif eines typischen Haushalts 2026 bei 27,7 Rp./kWh, wobei die tatsächlichen Preise je nach Netzgebiet erheblich abweichen können.[1][2]
Die wichtigsten Themen im PHT-Ratgeber
PV-Überschuss optimal nutzen
Direktverbrauch, Batteriespeicher, Warmwasser, Wärmepumpe, Elektroauto, Einspeisung und optionales Mining im ehrlichen Vergleich.
Dynamische Strompreise verstehen
Was sich in der Schweiz ab 2026 ändert, welche Tarifbestandteile dynamisch sein können und warum ein EMS entscheidend ist.
Bitcoin-Mining und Abwärme
Wann ein Miner als flexible Last technisch Sinn ergibt, wie die Wärme eingebunden wird und welche Grenzen gelten.
PV-Überschuss-Rechner
Eigene Werte für Einspeisevergütung, Bezugstarif, Batterie, Wärme und Mining einsetzen und Szenarien vergleichen.
Warum Einzeloptimierung oft zu falschen Ergebnissen führt
Eine Batterie kann sinnvoll sein, obwohl sie nicht jede überschüssige Kilowattstunde aufnimmt. Eine Wärmepumpe kann die beste Nutzung sein, obwohl dadurch die Eigenverbrauchskurve anders aussieht. Und ein Miner kann nur dann Mehrwert schaffen, wenn nach Hausverbrauch, Speicherreserve und Wärmeplanung noch ein passender Betriebsbereich verbleibt. Wer jedes Gerät isoliert betrachtet, übersieht Wechselwirkungen:
- Eine volle Batterie kann am nächsten sonnigen Morgen keinen Überschuss mehr aufnehmen.
- Eine zu früh aufgeheizte Warmwasser- oder Pufferspeicherung kann spätere, günstigere Tarifzeiten blockieren.
- Gleichzeitig laufende Wärmepumpe, Elektroauto und Miner können eine teure Leistungsspitze erzeugen.
- Mining ohne nutzbaren Wärmesenke verwandelt wertvollen Strom zwar in Rechenleistung, aber auch in ungenutzte Raumwärme.
- Ein dynamischer Energiepreis allein sagt nicht, was die importierte Kilowattstunde insgesamt kostet.
Das PHT-Prinzip: erst Bedarf, dann Hardware
PHT Energietechnik beginnt nicht mit einem einzelnen Produkt, sondern mit vier Datengruppen: Erzeugung, Stromverbrauch, Wärmebedarf und Tarifstruktur. Daraus entsteht eine Regelstrategie für Hausverbrauch, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Boiler, E-Mobilität und weitere steuerbare Lasten. Die bestehende PHT-Systemlogik priorisiert den Hausverbrauch, lädt anschliessend den Batteriespeicher und nutzt verbleibenden Überschuss für Wärme oder weitere Verbraucher; eine Mining-Abwärmelösung ist optional.[3]
Für die erste Einschätzung reichen häufig Jahresverbrauch und Fotos von Dach, Zählerkasten sowie Technikraum. Für die Detailplanung folgen Lastgänge, Anlagenparameter, Speicherzustände, Temperaturniveaus, Netzanschluss und die Bedingungen des lokalen Energieversorgers.
Welcher Artikel ist der richtige Einstieg?
| Ausgangslage | Bester Einstieg | Ziel |
|---|---|---|
| PV-Anlage speist viel ein | PV-Überschuss optimal nutzen | Verbraucher und Reihenfolge auswählen |
| Tarif wird zeitabhängig oder enthält Leistungspreis | Dynamische Strompreise Schweiz | Tarifbestandteile, Signale und Automatisierung verstehen |
| Batterie, Wärmepumpe und PV arbeiten nicht zusammen | Stromoptimierung im Gesamtsystem | EMS und Prognoselogik planen |
| Mining-Abwärme wird geprüft | Mining mit PV und Wärme | Technik, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Steuern einordnen |
| Batterie oder Miner unklar | Batteriespeicher oder Miner? | Entscheidungsmatrix und Kombination bewerten |
| Eigene Zahlen liegen vor | PV-Überschuss-Rechner | Wert pro Kilowattstunde vergleichen |
Regional planen: Schwyz, Pfäffikon, Zürichsee und Glarus
Tarifmodelle unterscheiden sich bereits innerhalb der PHT-Region deutlich. EW Höfe misst 2026 unter anderem monatliche Viertelstunden-Leistungsspitzen und weist auf Lastmanagement hin. EKZ bietet einen viertelstündlich dynamischen Wahltarif mit Smart Meter, EMS und API-Signal für den Folgetag. Die Technischen Betriebe Glarus Nord setzen auf saisonale Hoch- und Niedertarife mit erweiterten günstigen Sommer-Mittagszeiten.[4][5][6]
Darum ist eine pauschale Empfehlung wie «Batterie immer nachts laden» oder «Miner nur mittags betreiben» unzureichend. Die richtige Strategie hängt von Netzgebiet, Tarifprodukt, Gebäude, Wetterprognose und den technischen Schnittstellen ab.
Quellen und Datenstand
Stand der fachlichen und regulatorischen Angaben: 11. Juli 2026. Tarife, Vergütungen und Mining-Erträge können sich ändern; prüfen Sie immer die aktuell gültigen Bedingungen Ihres Netzbetreibers und Ihrer Anlage.
