1. Datenmodell des Gebäudes
Erfasst werden PV-Erzeugung, Netzfluss, Batteriestatus, grosse Verbraucher, Wärmebedarf und relevante Temperaturen. Für die Planung reichen anfangs oft Monatswerte; für Regelung und Feintuning sind Viertelstunden- oder Echtzeitdaten sinnvoll.
Neben Energie in kWh ist Leistung in kW entscheidend. Ein System kann über das Jahr genug Energie erzeugen und trotzdem zu bestimmten Zeiten hohe Netzspitzen verursachen.
2. Komponenten passend dimensionieren
PV-Leistung richtet sich nach geeigneter Fläche, Netz und künftigen Verbrauchern. Die Batterie richtet sich nach zeitlich verschiebbarem Strom, nicht nur nach Tagesverbrauch. Die Wärmepumpe richtet sich nach Heizlast und Temperaturniveau. Alle Komponenten beeinflussen einander.
Überdimensionierung kann sinnvoll sein, wenn sie zukünftige Elektrifizierung vorbereitet; sie sollte aber bewusst mit Einspeisung, Regelung und Investition bewertet werden.
3. Saisonale Prioritäten
Im Sommer sind Batterie, E-Auto, Warmwasser und Einspeisung häufig relevant. In der Übergangszeit kann die Wärmepumpe Überschuss gut aufnehmen. Im Winter steht Wärmebedarf im Vordergrund, während PV-Ertrag begrenzt ist. Eine einzige starre Jahresregel wird diesen Unterschieden nicht gerecht.
| Situation | Mögliche Priorität |
|---|---|
| Sonniger Sommertag | Direktverbrauch → Batterie → E-Auto/Warmwasser → Einspeisung |
| Übergangszeit | Direktverbrauch → Wärme/Warmwasser → Batterie |
| Winter mit günstiger Tarifstunde | Wärmebedarf und Batteriereserve unter Anschlusslimit koordinieren |
| Hohe Lastspitze | Nicht notwendige Verbraucher verzögern oder Leistung reduzieren |
4. Schnittstellen und Fallbacks
Geräte können über Modbus, lokale APIs, Relais, SG-Ready oder herstellerspezifische Cloud-Dienste kommunizieren. Lokale, dokumentierte Schnittstellen sind oft robuster, aber nicht jedes Gerät bietet sie. Vor dem Kauf muss geklärt sein, welche Daten und Befehle tatsächlich verfügbar sind.
Bei Ausfall der zentralen Steuerung müssen Batterie, Wärmepumpe und Schutzgeräte in sicheren Standardzuständen weiterarbeiten.
5. Monitoring und laufende Verbesserung
Ein Dashboard allein ist noch keine Optimierung. Benötigt werden Kennzahlen, die Entscheidungen ermöglichen: Eigenverbrauch, Bezug, Einspeisung, Lastspitze, Batterieverluste, Wärmepumpenlaufzeiten und Temperaturverlauf.
Nach Änderungen an Tarif, Fahrzeug, Heizung oder PV-Anlage werden Regeln neu bewertet. So bleibt das System über Jahre anpassbar.
- Monatliche Plausibilitätskontrolle
- Saisonaler Vergleich mit Vorjahr
- Alarm bei ungewöhnlichem Netzbezug oder Geräteausfall
- Dokumentierte Änderungshistorie
Quellen und Datenstand
- Bundesamt für Energie (BFE) – Energie- und Solarstatistik
- Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom – Strompreise und Marktinformationen
- Pronovo – Förderung und Einmalvergütung Photovoltaik
Aktualisiert: 12.07.2026. Tarife, Förderungen, Vorschriften und Mining-Werte vor einer Entscheidung aktuell prüfen.
